Mit ruhiger Hand gegen die Panik 

Interview mit Dennis Klimanek von Vald. Birn 

7. November 2020

Mit ruhiger Hand gegen die Panik 

Interview mit Dennis Klimanek vonVald. Birn 

 

Der Vald. Birn Konzern gehört zu den größten Gießereien Nordeuropas. Die deutsche Tochtergesellschaft in Mülheim versorgt die Industrie mit Antriebstechnik und betreibt eine Produktion für die Fertigung von Keilriemenscheiben und Kupplungen. Während die dänische Muttergesellschaft von der Krise stark getroffen wurde, blieb die 1975 in Deutschland gegründete Tochter nahezu verschont. Geschäftsführer Dennis Klimanek begründet das mit dem branchenmäßig breit gefächerten Kundenportfolio der deutschen Tochter und der daraus resultierenden Flexibilität. Mit ihm sprach Daniel Rexhausen.  

 

Daniel Rexhausen: Die Kollegen im dänischen Mutterkonzern müssen in Kurzarbeit und die Geschäfte dort stagnieren, während in Mülheim alles seinen gewohnten Gang zu gehen scheint. Herr Klimanek, wie haben Sie es geschafft, Mitarbeiter und Kunden nicht panisch werden zu lassen? 

 

Dennis Klimanek: Panik hilft nicht, Krisen brauchen eine ruhige Hand. In Mülheim sind wir nicht in Kurzarbeit gegangen, sondern haben unsere Lager aufgefüllt, die Kundenberatung intensiviert und alle Projekte, die sowieso anstanden, auch durchgezogen. Während verschiedene Wettbewerber nicht lieferfähig waren, sind unsere Geschäfte wie gewohnt gelaufen.   

 

Daniel Rexhausen: Wie gewinnen Sie normalerweise Neukunden und was hat sich durch die Krise verändert?  

 

Dennis Klimanek: Wir akquirieren ganz klassisch in der Branche oder auch in neuen Branchen. Der Außendienst greift erst zum Telefon und fährt dann zu Besuch. Das hat sich nun komplett verändert, denn seit März sitzt unser Vertrieb im Home Office, lernt damit umzugehen und siehe da, Telefon und Videokonferenzen funktionieren nicht nur technisch perfekt. Es kommen auch deutlich mehr Kontakte zustande. Die Schlagzahl ist um das Drei- bis Vierfache gestiegen 

 

Daniel Rexhausen: Hat die positive Erfahrung den Digitalisierungsgrad Ihres Unternehmens im Nachhinein verbessert?  

 

Dennis Klimanek: Die Krise hat sicher beschleunigend gewirkt, aber die Digitalisierung nicht initialisiert. Wir sind ein Handelskonzern und produzierendes Unternehmen, Teilbereiche wie unser Lagermanagement waren schon vorher digitalisiert.  

 

Daniel Rexhausen: Welchen Rat würden Sie anderen Unternehmen mit auf den Weg geben? 

 

Dennis Klimanek: Lasst euch bloß nicht ins Bockshorn jagen. Auf jede Krise folgt ein Boom, und Zyklen sind normal. Da hilft nurdrauf einstellen, anpassen und kontinuierlich am Ball bleiben. Bei uns hat die Qualität Vorrang vor der Marktführerschaft. Wir sind Nischenproduzent und Problemlöser, dafür braucht es nicht viel mehr als einen Termin und die Technik. Es muss nicht immer alles kompliziert gedacht werden.  

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