InnerCircle: Lisanne Kippenberg im Interview

Aus den Lüften direkt zu DIMARCON

18. März 2021

Daniel Rexhausen im Gespräch mit Lisanne Kippenberg, Projektmanagement bei DIMARCON

 

Daniel Rexhausen: Lisanne, du bist vor drei Monaten, am 1. November mit einem sehr spannenden und außergewöhnlichen Lebenslauf zu uns gekommen. Gefällt es dir bisher bei DIMARCON?

 

Lisanne Kippenberg: Auf jeden Fall. Ich finde es richtig cool hier und erlebe eine sehr steile Lernkurve. Alle meine Erwartungen sind von dem, was ich hier vorgefunden habe, deutlich übertroffen worden. Meine Erfahrung ist durch Konzerne und größeren Firmen geprägt, die Atmosphäre hier ist ganz anders. Sehr viel persönlicher.

 

Daniel Rexhausen: Erzähle uns doch bitte, was du vorher gemacht hast.

 

Lisanne Kippenberg: Mein Lebenslauf ist eher untypisch. Ich habe ab der 3. Klasse mit meiner Familie in den USA gelebt, bin dort zur Schule gegangen, habe meinen Bachelor in BWL gemacht und dann noch ein knappes Jahr dort gearbeitet. Im Jahr 2016 bin ich dann zurück nach Deutschland gezogen. Ich wollte das Leben und Arbeiten hier kennenlernen. Zunächst habe ich ein Jahr in Köln im Sales und Marketing gearbeitet und mich danach entschieden, eine Ausbildung zur Pilotin anzugehen. Die habe ich im vergangenen März abgeschlossen. Aufgrund der Pandemie habe ich in den Beruf als Pilotin bei der Lufthansa aber nicht einsteigen können. So bin zu DIMARCON gekommen.

 

Daniel Rexhausen: Warum wird man Pilotin?

 

Lisanne Kippenberg: Das war ein Kindheitstraum von mir. Mein Vater ist auch Pilot, meine Mutter war früher Flugbegleiterin und ich fand das ebenfalls spannend. Mit 13 Jahren durfte ich das erste Mal ans Steuer einer kleinen einmotorigen Maschine. Ab da war ich davon gefangen, dort oben zu sitzen und die Welt unter mir zu haben. Später war ich von der Atmosphäre in dem Beruf begeistert, der Teamarbeit und der Verantwortung für andere. Das hat mich darin bestärkt, Pilotin werden zu wollen.

 

Daniel Rexhausen: Böse Stimmen behaupten, Piloten sind die Busfahrer der Lüfte. Heute muss ein Pilot fast gar nichts mehr machen. Was machst du bei Langstreckenflügen zwischen Start und Landung – Däumchendrehen?

 

Lisanne Kippenberg: Nein, man muss schon die ganze Zeit aktiv sein, seine Instrumente und den Funk überwachen und wissen, wo man ist. Es gibt natürlich Momente, da passiert nicht viel. Ein geliebtes Hobby von vielen Piloten sind die Sternbilder. Es gibt zusätzlich zu dem Großen Wagen ein paar Bilder, die kennen wirklich alle Piloten.

 

Daniel Rexhausen: Was ist denn das dickste Ding, das du bisher geflogen bist?

 

Lisanne Kippenberg: Zuletzt in meiner Ausbildung bin ich einen Flieger in der Größe eines Privatjets geflogen, in den sieben Leute reinpassen. Das war schon eine richtige Rakete im Vergleich zu unserem vorherigen Schulungsflugzeug, einer Einpropeller-Maschine, die bei den heißen Temperaturen an unserem Ausbildungsstandort in den USA sehr kämpfen musste, um überhaupt in die Luft zu kommen.

 

Daniel Rexhausen: Was wäre der nächste Schritt bei der Lufthansa gewesen, wenn die Pandemie nicht dazwischengekommen wäre?

 

Lisanne Kippenberg: Der nächste Schritt wäre die Übernahme durch die Airline gewesen und ich hätte dann nach einem Type-Rating-Kurs, die Musterberechtigung für das nächstgrößere Flugzeug erhalten. Das dauert etwa zwei bis drei Monate und dann fängt man an, Linie zu fliegen. Anfangs ist man mit Trainingskapitänen in der Luft, danach beginnt die Co-Pilotenzeit.

 

Daniel Rexhausen: Du bist ja in den USA großgeworden, wie unterscheiden sich die Mentalitäten hier und dort?

 

Lisanne Kippenberg: Es gibt einige Unterschiede. Der größte betrifft die Offenheit der Menschen und ich meine das weder im positiven noch im negativen Sinn. In den USA ist es so, dass die Menschen alle superfreundlich und superoffen sind. In Deutschland sind die Menschen reservierter und weniger schnell zugänglich. Für die Deutschen ist das wie ein Schutz. Aber wenn der fällt, entstehen gute Freundschaften. In den USA dagegen geht die Oberflächlichkeit nie ganz verloren.

 

Daniel Rexhausen: Und wie bist du nun zu uns gekommen?

 

Lisanne Kippenberg: Das war Zufall, ich habe eine neue Aufgabe gesucht und bin über LinkedIn auf DIMARCON gestoßen. Ich habe mich angesprochen gefühlt und sehr gefreut, als sich Saskia Huismann bei mir gemeldet hat. Wir hatten unser erstes Gespräch, als ich in Phoenix bei meinen Eltern war, irgendwann im vergangenen Oktober. Ich fand sie direkt sehr sympathisch und locker. Sie fand meinen Lebenslauf sehr spannend. Am liebsten hätte sie mich gleich eingeladen, aber ich musste ja erst noch über den Teich fliegen. Eine Woche später war ich schon hier und wir haben uns kennengelernt. Nach dem Gespräch hatten beide Seiten das Gefühl, es könnte passen. Du hast mir ein Angebot gemacht und gesagt: „Was bringt es, eine Nacht darüber zu schlafen, wenn es passt.“ Da hattest du recht und ich bereue es auch nicht.

 

Daniel Rexhausen: Und jetzt, drei Monate später, ist alles so gelaufen, wie du es erwartet hast?

 

Lisanne Kippenberg: Für mich ist sehr vieles neu, aber ich habe trotzdem mehr Verantwortung über Projekte und verschiedene andere Aufgaben bekommen, als ich erwartet hätte. Das hat mich überrascht und ich schätze es sehr. Ich fühle mich dadurch sehr wertgeschätzt. Das gibt mir ein gutes Gefühl und steigert meine Motivation. Tatsächlich sind alle meine Vorstellungen übertroffen.

 

Daniel Rexhausen: Für wen würdest du sagen, ist DIMARCON der richtige Arbeitgeber und für wen nicht?

 

Lisanne Kippenberg: Hier ist man weder auf einen Lebenslauf noch auf einen Typus festgelegt. Alle bringen ihre eigene Persönlichkeit mit. Wichtig ist, ob die Person in das Gesamtbild und das Team passt. Motivation ist hier sehr wichtig und der Wille, dass man etwas lernen will und mitbewegen möchte. Alles andere kommt hinzu.

 

Daniel Rexhausen: Ich sage dir aus meiner Perspektive, worauf wir bei der Auswahl Wert legen. Das erste ist das Can-do. Das ist mir wichtiger als die Vorausbildung, die jemand mitbringt. Vieles lehren wir On-the-Job. Wenn wir jemanden haben, der sehr an seiner Ausbildung haftet, fangen wir erst einmal an, dem das abzugewöhnen. Dann kommt das Will-do. Das betrifft Leute, die das Unternehmen mitgestalten wollen. Und dann ist da noch der Team-Fit. Mir ist primär wichtig, ob jemand kulturell bei uns reinpasst. Deshalb machen wir auch diese schnellen Angebote. „Kannst du dir das vorstellen? OK, dann machen wir das.“ Wir möchten Menschen, die schnell entscheiden, die Dinge bewegen wollen.

 

Lisanne Kippenberg: Ich finde, die Menschen hier passen alle zusammen. Wir machen unsere Arbeit und können seriös sein, aber wir können auch gut miteinander lachen.

 

Daniel Rexhausen: Wo siehst du dich in fünf Jahren

 

Lisanne Kippenberg: Uff, das ist eine Frage ohne Antwort. Ich weiß es nicht, weil ich noch verschiedene Perspektiven habe. Die Fliegerei ist nicht ganz weg, aber ich sehe mich noch nicht unbedingt in fünf Jahren im Cockpit sitzen. Ich kann sagen, ich bin dabei, meinen Weg zu finden.

 

Daniel Rexhausen: Was motiviert dich?

 

Lisanne Kippenberg: Viel Motivation kommt aus mir selbst. Wenn ich spüre, was ich verbessern kann, bin ich motiviert, das anzugehen. Ich lasse mich aber auch gerne durch das Lob von anderen motivieren. Wenn es nicht so gut läuft, bin ich fast noch mehr angespornt. Eine positive Atmosphäre, die von anderen Menschen ausgeht, bewirkt das auch.

 

Daniel Rexhausen: Vielen Dank Lisanne, für deine anregenden Gedanken. Ich freue mich auf unsere Zusammenarbeit.

 

Beitragsbild Quelle: ©DIMARCON

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