Kühlen für Klima und Umwelt

Interview mit Thomas Bartmann von Efficient Energy

7. November 2020

Kühlen für Klima und Umwelt

Interview mit Thomas Bartmann von Efficient Energy

 

Klimaneutral mit Wasser kühlen und damit Rechenzentren, Industrieunternehmen oder andere Anwender großer Kälteanlagen vor den finanziellen und regulatorischen Herausforderungen der F-Gase Verordnung bewahren, das ist die Leistung von Efficient Energy. In diesem Jahr gab es dafür den Red Herring Europe Top-100 Award. Die Kältemaschine eChiller gilt derzeit als das einzige Serienprodukt auf dem Markt, das mit reinem Wasser als Kältemittel und somit ohne direkte CO2-Emissionen umweltschonend kühlt. Efficient Energy ist 14 Jahre nach Unternehmensgründung wohl passender als „Grown-up“ und nicht mehr als Start-up zu bezeichnen. Die klassischen Charakterzüge eines Start-ups, wie die Offenheit für neue Ideen, Wege und Methoden, eine hohe Dynamik und einen absoluten Erfolgswillen, konnte sich das Unternehmen jedoch bewahren. Vertriebsleiter Thomas Bartmann erzählt Daniel Rexhausen, warum die Weltmarktführerschaft keine Vision bleiben muss.

 

Daniel Rexhausen: Sie verantworten den Vertrieb eines Produktes das, wenn ich Sie richtig verstehe, als regelrecht systemrelevant ausgeschrieben werden kann. Konnte die Krise Ihnen und Ihren Kunden denn überhaupt etwas anhaben?

 

Thomas Bartmann: Kälte- und Kühltechnik ist tatsächlich unverzichtbar. Viele Bereiche unseres täglichen Lebens sind von funktionierenden Kühlsystemen abhängig, z.B. die Lebensmittelindustrie, die Kunststofftechnik und die gesamte IT-Infrastruktur. Und sie alle stehen vor einem gemeinsamen Problem: Kältetechnik, so wie wir sie seit Jahren kennen und gewohnt sind, ist extrem umwelt- und klimaschädlich. Sie ist beispielsweise nahezu im gleichen Anteil für den Treibhauseffekt verantwortlich, wie der gesamte weltweite Flugverkehr. Die von uns entwickelte Bluezero®-Technologie für den Kältemarkt kühlt ohne schädliche Emissionen und ohne giftige chemische Substanzen. Damit ist das Interesse von Industrie und Wirtschaft an unserer umweltfreundlichen und nachhaltigen Technik sehr groß. Bei vielen Unternehmen öffnen sich dem Vertrieb von Efficient Energy die Türen fast von alleine. Unser Marktpotenzial ist groß und die Nachfrage steigt. Die Krise hat unseren Verkauf also nur in Teilbranchen getroffen. Mit Ausnahme der Hersteller von Elektrofahrzeugen, haben sich die Autobauer zurückgehalten, in der IT-Branche haben wir dafür expandiert. Wenn ich den Blick in die Glaskugel wagen würde, dann würde ich ein Ankommen unserer Wirtschaft im Normalmodus etwa in zwei Jahren erwarten.

 

Daniel Rexhausen: Aber auch ein so zeitgemäßes Produkt wie Ihres, mit dem Kunden direkt in den Klimaschutz investieren, vertreibt sich nicht von selbst. Wie werden Ihre Vertriebsmitarbeiter aktiv?

 

Thomas Bartmann: Die Resonanz auf unsere Technik und das gesamte Portfolio ist groß. Steigende gesetzliche Auflagen und steigender Kühlbedarf in internen wie externen Rechenzentren erzeugen eine steigende Nachfrage. Neue Kunden sprechen wir direkt an. Unsere Mitarbeiter sind sehr erfahren und gut vernetzt. Teil der Neukunden-Strategie ist, diese Netzwerke immer weiter zu spinnen. Nicht-Kunden machen wir bewusst, dass unsere Produkte ihre Probleme beim Kühlen lösen. Wir sind mit insgesamt knapp 60 Mitarbeitern derzeit noch ein kleines Unternehmen, mit unserem Produkt aber ein weltweites Unikum. Unser Ziel ist die Weltmarktführerschaft, das Potential dahin zu kommen haben wir uns mit unserer Innovation geschaffen.

 

Daniel Rexhausen: Wie lautet Ihr guter Rat für andere Unternehmen?

 

Thomas Bartmann: Konzentriert euch auf eure Stärken und Tugenden. Stiftet mit eurem Schaffen Sinn und vermittelt euren Mitarbeitern Ziele und Werte. Unternehmertum bedeutet auch, man muss einmal öfter aufstehen können als hinzufallen. Das muss kommuniziert werden und sich in den Köpfen von Mitarbeitern festsetzen. Dann bekommen die Menschen auch die Krise aus ihren Köpfen.

 

 

Beitragsbild Quelle: ©Efficient Energy GmbH

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